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Ortsname und Wappen Urkunden
vor 1800
Ortslage Natürliche und wirtschaftl. Lage Situation nach 1800 Literatur

Der Ortsname
Aus : Die Ortsnamen des Landkreises Schleiden, G. MÜRKENS

Floisdorf, früher Amt Eicks, dann Amt Hergarten, seit 1969 Stadt Mechernich, erscheint im Prümer Güterverzeichnis von 893 als Flavedesdorpht, daneben schon verkürzt als Fladesdorpht, 1478 weiter verkürzt als Flaisdorp (al = ä). Flavedesdorpht stellt nicht die älteste Namensform dar und ist auf das Konto des Exabtes Caesarius zu setzen, der das Verzeichnis 1220 überarbeitete.

Eine ursprünglichere Namensform ist Flavadestorp (Annalen 26, 5. 338), die wir in einer Urkunde des Jahres 922 finden. Danach bedeutet Floisdorf "Dorf des Flavohad oder Flavad". Zur Beurteilung dieses altdeutschen Namens erinnere man sich daran, daß die Westfranken das lat. Wort flavus "blond" übernahmen und damit neue Personennamen bildeten. So erscheinen im frühen Mittelalter damit gebildeten Vollnamen wie Flavibert = "blond + glänzend", Flavard = Flavohard = "blond + stark, der starke oder sehr blonde Mann". Dem überlieferten Vollnamen Flaochadus = Flavohadus entspricht, abgesehen von der lat. Endung, Flavohad, der urspr. Name unseres Ortsgründers. Der zweite Wortteil dieses Namens ist germanisch hathu oder hadu = "Kampf", so daß Flavohad eigentlich = "blond + Kampf", hier "blonder Kämpfer" bedeutet.
Diesen Namen wird sich ein blonder Franke beigelegt haben.

Norbert Züll als 'typischer Floisdorfer'
Sieht also so ein typischer Floisdorfer,
ein "blonder Kämpfer" aus?

 
 

 Das Wappen von FloisdorfDas Wappen

Palmzweig gekreuzt mit einem Schwert
Zeichen des Pfarrpatrons
des hl. Pankratius


Hirschgeweih mit Kreuz
Zeichen des 2. Pfarrpatrons
des hl. Hubertus

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Urkundliche Erwähnungen des Ortes Floisdorf bis 1800

893 erste urkundliche Erwähnung : "Fladesdorpht" bzw "Flauedesdorpht"
Ein Lehnsmann der Abtei Prüm, mit Namen Wernarius, besaß in "Fladesdorpht" (bei der zweiten Nennung "Flauedesdorpht" geschrieben) zwei Höfe, von denen jeder 9 Denare zahlte und 1 Karren lieferte.

Quelle: Prümer Urbar, Güterverzeichnis der Abtei Prüm

 

11.08.922 "Flavadestorp"
Hermann I., Erzbischof von Köln, versetzt die durch die Ungarn vertriebenen Nonnen von Gerresheim in das Kloster der 11000 Jungfrauen zu Kön, nimmt sie in den Schutz des hl. Petrus und bestätigt die Güter und Einkünfte der vereinigten Klöster u. a. 1 Hof durch Schenkung Berengers, des Sohnes Martins und seiner Frau aus "Flavadestorp"

Quelle: Annalen 26/27.Heft 1874 S. 334

 

1222 "Vlazdorp"
Die Äbtissin Benedicta von St. Ulrich verzeichnete als Wohltäter ihres Stiftes einen Laien Wineman, für dessen Memorie das Stift aus "Vlazdorp" jährlich 15 Schillinge und 5 Malter Weizen erhielt.

Quelle:Lac. Arch. III. S.140

 

1307 "Vlaezdorp"
Der Äbtissin Odilia und ihrem Kloster Bürvenich überließ der Kölner Domthesaurar Heinrich von Heinsberg 30 Mg. Ackerland bei "Vlaezdorp", die von ihm und der Domkirche der dort wohnende Laie Matthias erhalten hatte, in Erbpacht gegen einen Jahreszins von 1 Mltr. Hafer, 12 Kölner Denaren, 2 Hühnern und bei jedem Äbtissinnenwechsel das sogenannte Gewerf, eine Abgabe in Höhe der jährlichen Erbpacht

Quelle: St. Arch. Düsseldorf Bürvenich Urk. 5

 

1419 "Vluisdorp"
Die Äbtissin von Bürvenich, Ydberg von Irnich, verpachtete die Hälfte einer Hofstatt gegenüber dem Hofe ihres Klosters in Floisdorf nebst Landwein auf 91 Jahre an die Eheleute Peter und Gertrud Halfen mit 2 Parzellen Ackerland gegen eine Abgabe von 8 Mltr. 4 Sbr. Hafer und 2 Zinshühnern

Quelle: St. Arch. Düsseldorf Bürvenich Urk. 8

 

04.04.1478 "Vlaistorp"
Vincenz von Swaenenburg, Sohn des Ritters Gauwyn, schliesst einen Ehevertrag mit Alveradis von Palant (Witwe Heinrichs von Drachenfels); der Bräutigam bringt 300 Gulden Erbrente ein, nämlich 75 Gulden und 2 Malter Erbsen von dem Zehnten zu "Urkunde aus dem Vlaistorp"

Quelle: gräflich v. Mirbach'schen Archiv zu Harff aus Annalen 57. Heft 1893 S. 147/148

 

09.05.1491 "Flaisdorf"
Ritter Vincenz von Swaenenberg Burggraf des Landes Limburg Amtmann zu Erproide Marschall verspricht, seinen Schwager Joh. Von Palant Herrn zu Wildenberg und zu Berge, der sich für ihn bei Dietr. von Burtscheid Erbhofmeister des Landes Jülich wegen des Jehnten zu "Flaisdorf" im Amt Nideggen verbürgt hat, vor allem Schaden zu bewahren.

Quelle: Urkunde aus dem gräflich v. Mirbach'schen Archiv zu Harff aus Annalen 57. Heft 1893 S. 183

 

29.06.1493 "Vlaisdorp"
Die Eheleute Michel van den Bongart und Eiffe Beissels van Gymmenich machen ihren Ohm und Schwager Ritter Werner van den Bongart zum helder eines Erbkaufbriefes, sprechend auf 40 oberl. Rheinische Gulden des Herzogs Gerart von Jülich und seiner Gemahlin Sophia von Sassen, angewiesen auf die Dörfer Berg und "Vlaisdorp" im Amt Nideggen

Quelle: Krudewig:Übersicht über den Inhalt kleinerer Archive der Rheinprovinz Bd XIX (51) Archiv Schloß Eicks

 

Ende 15. Jhd "Flaestorpf"
1) Dit sind die namen der ghenyge van "Flaestorpf" , die erfbroider (Erbbrote) zu Eicks in die kyrch zu behoif der armen jaers zu geben ...... 3) Volgen die erffbroder, do der kyrch zu Eicks ain dem dorp Flaestorp zu St. Marthins missen in behoif der armen inkomendt

Quelle: Krudewig: Übersicht über den Inhalt kleinerer Archive der Rheinprovinz Bd XIX (78) Archiv Schloß Eicks

 

1508  
Das Kloster Mariawald kaufte von den Junkern Edward Hetzen, "Erbduyrwerder" des Erzbischofs von Köln, und dessen Schwager Walter Ilhem, Schöffen zu Bonn, der auf dem Schloß Meitichoven bei Bonn wohnte, und dessen Söhnen Ludwig und Adam, ein unbewohntes Haus oder Schloss bei der Kirche zu Floisdorf, das frei Hünninger Gut genannt. Dieser Ankauf ist wohl rückgängig gemacht worden, weil das Gut 1509 noch im Besitz der von Ilhem war, diese gaben damals das Gut für 4000 Goldgulden in Erbpacht an den Junker Gerhard von Berg.

Quelle: Quix, Hengebach S.29

 

24.07.1550 "Floissstorff"
Hilliger van Floissstorff, M. der Smyt berichten: "Floissstorff" bi Berg ist eine capell der moderkirchen Eix underhoerich und Heinrich van Rurich ist der moderkirchen und capellen collator. Hait die capell hern Leonhart vam Berg gegeven, der davan gezogen und die capell 2 jair unbedient gelaissen, ......

Quelle: Otto R. Redlich Jülich-Bergische Kirchenpolitik Bonn 1907

 

05.09.1550 "Flassdorf"
" ... . Her Jacob Heyberg, zo Loven geboren in Brabant, ist zo Herchingen vicecuratus und ist a die Marci in bedienung gewest, hat zu "Flassdorf" im land van Guilich under dem ampt Nidecken 2 jair officiant gewesen, sagt, das er aldair propter tenuitatem stipendii nit lenger bleiben mogen, ist zu Luitgen zum priester verordent, hat sin literas formatas nit bi sich, sondern weren bi sinen aldern zo Loeven, kunt sie wol bekomen. ...

Quelle: Otto R. Redlich Jülich-Bergische Kirchenpolitik Bonn 1907

 

1555  
muß der Schultheis des Hofes des Ursulinenstiftes zu Floisdorf aufs Haus Heimbach jährlich 2 Mltr. Vogelhafer liefern. Von den Früchten, die auf dem Floisdorfer Hofgerichte abfielen, erhielt der Herzog als "gewisslicher Vogt von Hengebach" 2 Denare, das Kapitel von St. Ursula 1 Denar

Quelle: Lac. Arch. III. S.353

 

31.05.1559 "Flaistorp"
Christina v. d. Bungardt Aebtissin, Anna Thorns Kellnerin, Anna Binsfeld Priorin und der Konvent des Klosters Bürvench tauschen mit den Eheleuten Joh. V. Houltorp Amtmann zu Müstereifel etc. Und Veronika Bock v. Lichtenberg Grundstücke 'hynder dem Bergfrydt' und 'an der Flaistörper Weide' in den gerichten Bürvenich und Schwerfen.

Quelle: Urkunde aus dem gräflich v. Mirbach'schen Archiv zu Harff aus Annalen 57. Heft 1893 S. 301

 

1560  
wurden 16 Mg. Erbgüter zu Floisdorf vom Kloster Bürvenich den Eheleuten Jaep auf 24 Jahre verpachtet.

Quelle: St. Arch. Düsseldorf Bürvenich Urk. 9

 

1605  
stifteten im Kloster Mariawald Frhr. Adam von Gymnich zu Vlatten und seine Gemahlin Maria von Binsfeld ein Anniversar mit dem Ackerland, genannt die Kesselskaul, zu Floisdorf

Quelle: Quix, Hengebach S.38

 

1695  
1695 war der Bürvenicher Klosterhof in Floisdorf abgebrannt, die Äcker waren an 5 Private verpachtet, von diesen wren 64 Mg. mit Berücksichtigung des 4. Morgens den Kollekten unterworfen. Die Pacht betrug früher 100 Mltr. Spelz, 40 Mltr. Hafer Dürener Mass, 2 Zentner Schweinefleisch, Wein auf 12 Jahre im Wert von 100 Tlr.. Seit 9 Jahren kamen aber nur 50 Mltr. Spelz ein, vor dem Brande wurde der Hafer ganz geliefert, jetzt nur 10 Mltr. Aus vorgenannter Pacht mußte Kloster Bürvenich jährlich an die Abtei Steinfeld 8 Mltr. Spelz liefern.

Quelle: Binterim & Mooren II 370 ff.

 

1794  
Der Deutschorden (Kommende Siersdorf) besaß 794 zu Floisdorf 2,5 ha Land, Büsche über 10,2 ha, vielleicht 40 ha.

Quelle: Kaiser, kirchl. Besitz S. 46

 

1795  
besaß das Kloster Bürvenich zu Floisdorf 249 Mg.

Quelle: Hauptbuch 1795 S. 23

 

1795  
besaß das Kloster Mariawald zu Floisdorf 11 Mg.

Quelle: Hauptbuch 1795 S. 29

 

1802  
hatte das Ursulastift zu Floisdorf keinen Besitz mehr

Quelle: Lac. Arch. III. S.132


Fragen richten Sie auch per ....... ....an ..... Johannes.Inden@t-online.de
Floisdorf, Vogteistr. 41 ........
D-53894 Mechernich.............

 


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